3. Organisiere ein Visum mit einem registrierten Berater

Bis hierher war das ganze Neuseeland-Abenteuer nur ein lustiges Gedankenspiel, oder? Das haben wir uns zumindest gedacht. Ab hier wird es aber ernst. Es ist Zeit, den Traum durch klare Fakten zu verwirklichen. Um ein Visum anzusuchen ist der erste Schritt in einem kostenintensiven Prozess. Sobald diese Grenze überschritten wurde, gibt es eigentlich kein zurück mehr!

Bevor du anfängst: Kannst du dir ein Auslandsjahr leisten? 

Das ist wohl die grösste Hürde für jemanden, der längere Zeit in einem anderen Land verbringen will. Man muss nicht nur genug Ersparnisse übrig haben, um eine Weile im Ausland zu bleiben, sondern auch noch sicherstellen, dass der bestehende Job zuhause nicht flöten geht.

Es empfiehlt sich, mit dem Arbeitgeber über das Neuseelandprojekt zu sprechen. Wir haben von Leuten gehört, die eine Vereinbarung über ein zeitlich begrenztes geringeres Gehalt (zB für zwei Jahre) geschlossen haben, was ihnen ermöglichte, auch während der einjährigen Abwesenheit ein regelmäßiges Gehalt einzunehmen. Der Arbeitgeber profitiert von verzögerter Bezahlung und selbst braucht man nicht sein Leben komplett umdrehen, nur die Ausgaben für zwei Jahre reduzieren.

Wir waren in der glücklichen Situation ein stetiges, ortsungebundenes Einkommen zu haben, was es uns ermöglichte, in Neuseeland zu sein, ohne irgendwelche finanziellen Nachteile daraus zu haben.

Koru - das noch eingerollte Blatt eines jungen Silberfarns, es symbolisiert neues Leben, Wachstum, Stärke und Frieden

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Visa Optionen in Neuseeland

Neuseeland ist sehr strikt, wenn es um Einwanderung geht. Egal, ob man 1, 3, 6, 12 oder mehr Monate bleiben will, Immigration New Zealand (INZ) stellt ein Visum aus, bevor man das Land betreten darf. Wir übernehmen keine Verantwortung über Vollständigkeit oder absolute Richtigkeit der folgenden Liste, da die Visaoptionen manigfaltig sind und auf einer Reihe von Faktoren beruhen (Ursprungsland, Grund des Aufenthalts, geplante Aufenthaltslänge) und ausserdem in regelmässigen Abständen verändert werden.

Wir fanden, dass die folgenden drei Visaoptionen für Familien mit Kindern praktikabel sind:

Aufenthalte bis zu 3 Monaten: Kein Antrag nötig

Wenn man nur kurz bleiben will, ist die Einreise leicht. Die meisten entwickelten Länder haben dafür ein Abkommen mit Neuseeland und Einreisende müssen nur bei Ankunft ein Formular ausfüllen, erhalten einen Stempel in den Pass – das war’s. Bloß nicht auf das Rückflugticket vergessen, es wird kontrolliert, ob man eines vorweisen kann. Arbeiten in Neuseeland ist unter diesem Touristenvisum allerdings verboten! Keine Extrakosten mit diesem Visum.

Aufenthalt bis zu 9 Monaten: Visitor Visa

Hierfür muss man im vorhinein einen schriftlichen Visumsantrag einreichen. Die INZ Webseite erläutert detailiert, was man tun muss. Man kann maximal 9 Monate, mit guten Gründen bis zu 12 Monate, in einem Zeitraum von 18 Monaten im Land bleiben. D.h. nach 9 Monaten darf man erst wieder nach weiteren 9 Monaten erneut einreisen. Ein Visitor Visa Antrag kostet normalerweise unter $200.

Die Rolle von Immigrationsberatern (Immigration Advisers)

Falls der Aufenthalt länger als 3 Monate dauern soll, empfehlen wir, einen registrierten Einwanderungsberater zu beauftragen. Nur sie sind berechtigt, rechtlich bindende Hilfe beim Antrag eines Visums zu leisten. Die Kosten können unterschiedlich sein, aber die Wahrscheinlichkeit, einen Antrag wiederholt zurück zu bekommen, weil falsche Kästchen angekreuzt waren, ist mit etwas Hilfe deutlich geringer. Näheres auf der Webseite der NZ Immigration Advisers Authority.

Empfehlenswerte Einwanderungsberater, die wir oder unsere Freunde konsultiert hatten (die selbst auch irgendwann von Deutschland nach Neuseeland einwanderten):

Flieg davon wie ein Schmetterling!

Flieg davon wie ein Schmetterling!

Spezialfall: Student Visa

Das Student Visa erlaubt Schülern und Studenten, bis zu 4 Jahren zu bleiben, sofern sie einen Platz an einer Schule/Universität haben und über genug finanzielle Mittel verfügen, sich selbst über die Dauer zu erhalten. Student Visa Empfänger müssen normalerweise höhere Schulgebühren zahlen, weil sie nicht vom Staat unterstützt werden. Ein klarer Nachteil ist, dass jedes Familienmitglied an einer Schule eingeschrieben sein müsste, was oftmals nicht praktikabel und sehr kostspielig ist.

Für junge Leute: Working Holiday Visa

Wer zwischen 18 und 30 Jahren alt ist, kann ein Working Holiday Visa beantragen. Es erlaubt den Aufenthalt von bis zu 6 Monaten, wenn ein Rückflugticket und genug Geld, um über die Runden zu kommen, nachgewiesen werden kann.

12-monatiger Aufenthalt: Ein bisschen kompliziert, aber möglich

Jedes Kind mit Student Visa muss von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden, der für die gesamte Dauer des Aufenthalts ebenfalls ein Begleiter-Visum bewilligt bekommt. Unglücklicherweise kann der zweite Elternteil (der ja eventuell auch mitfliegen will) diese Option nicht ausschöpfen. Über einen Umweg kommt man zum Ziel: Das Visitor Visa muss bereits im Vorhinein auf 12 Monate ausgestellt werden, da ein guter Grund besteht, zu bleiben. Auf diese Weise können die Kinder ihre Student Visas bekommen, ein Elternteil ein Guardianship Visa und der zweite ein Visitor Visa mit Ausnahmeregelung. Arbeit ist nicht erlaubt. Die Kosten des Antragsprozesses sind etwa $2000-$3000, die Beraterkosten bereits eingerechnet.

Länger bleiben? Antrag auf Residency

Jeder länger andauernde Aufenthalt erfordert einen Antrag auf  Permanent Residency (eine lebenslange Freikarte, in Neuseeland zu wohnen und zu arbeiten). Es gibt viele Wege, diese „Residency“ zu bekommen, aber alle sind etwas komplex. Neuseelands Einwanderungsregeln können mit einem Satz zusammengefasst werden: Wenn man etwas zum gesamtwirtschaftlichen Vermögen des Landes beitragen kann, ist man willkommen. Wenn nicht, oder man auf lange Sicht sogar Geld kosten könnte, muss man draußen bleiben. Permanent Residency ist jedoch eine teure Sache – Einwanderungsberater, Antragskosten, IELTS Englisch Test, medizinische Untersuchungen, etc … rechne mit vielen tausend Dollars.

Unser Rat:

Reserviere dir genug Zeit für den Visumsprozess, er kann sich über Monate hin ziehen, bevor man den kostbaren Sticker im Pass kleben hat.

Ein Visum braucht Zeit, aber es lohnt sich - genau wie dieser lange Weg zur Wharariki Beach

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