Über uns

Unser erster Neuseeland-Urlaub

Alles hat mit unserer dreieinhalb Wochen langen Hochzeitsreise nach Neuseeland im November 2005 begonnen. Wir wussten, dass das Land wunderschön ist, sehr grün und umgeben von wildem Meer. Aber es war anders als in vorhergehenden Urlauben in Italien, der Schweiz, Frankreich, Griechenland oder den USA – wir haben in Neuseeland ein Gefühl der Freiheit und Zufriedenheit erlebt, wie nirgendwo zuvor.

Der Urlaub war ein ausführliche „Road Trip“, das heißt viel Zeit im Auto. Wir sind 4.000 km oder mehr über beide Inseln gefahren. Aber wenn man 18.000 km weg von zuhause ist, will man natürlich nichts verpassen. Wer weiß, wann die nächste Chance ist, wieder hierher zu kommen? Trotzdem, nach diesem Urlaub war klar: Wir müssen da nochmal hin!

 

Wir kommen wieder!

Wir kommen wieder!

Der zweite Neuseeland-Urlaub – was haben wir daraus gelernt?

Nachdem unser zweites Kind 2006 geboren wurde, waren wir ziemlich sicher, dass es unmöglich war, mit zwei Kindern unter 2 Jahren eine so anstrengende Reise zu unternehmen. Alleine der Flug! Drei Jahre danach wollten wir aber nicht länger warten und baten Christians Eltern, auf die Mädchen aufzupassen, während wir zu einer 5-wöchigen Reise aufbrachen. Endlich wieder Neuseeland! Wir sind weniger lang im Auto gesessen, haben uns nur die Nordinsel angesehen und wirklich gut entspannt. Rückblickend war es aber irgendwie nicht richtig. Wir haben unsere Kinder elendiglich vermisst, es hat sich einfach falsch angefühlt. Zumindest konnten wir das auch mal in Erfahrung bringen…

Ein Jahr nach Neuseeland gehen – Die beste Idee bisher!

Dezember 2011: Die Tage waren kurz, der Winter hat früh Einzug gehalten – die grau-kalte Jahreshälfte in Österreich hat uns mit voller Wucht getroffen. Und oben drauf fanden wir dann auch noch die neueste Ausgabe des Magazins 360° Neuseeland in unserem Postkasten. Bamm! Da war es wieder, dieses dringende Bedürfnis, nach Neuseeland abzuhauen. Am besten sofort! Ist es möglich, absolut verschossen zu sein in ein Land?! Ja, absolut. (Hier kannst Du lesen, wieso.)

Was als nächstes kam, ist im Detail auf der Seite „Das Abenteuer vorbereiten“ beschrieben.

Als wir  im Juli 2012 in Neuseeland ankamen, waren unsere Kinder 6 und 8 Jahre alt. Die Jüngere ging für ein paar Monate in den Motueka Rudolf Steiner Kindergarten und die Ältere kam direkt in die zweite Klasse der Motueka Rudolf Steiner Lower School. Bei beiden hat es nicht lage gedauert, sich an die Umgebung und die Sprache anzupassen und neue Freunde zu finden.

Das Jahr brachte uns nicht nur eine grossartige Zeit, sondern half uns auch, einen stärkeren Familienzusammenhalt zu erreichen und wesentlich entspannter an viele Dinge heranzugehen. Wir haben einiges über den südpazifischen Kulturkreis gelernt. Aber auch die weniger tolle Aspekte Neuseelands (um es nett auszudrücken) sind uns dabei nicht verborgen geblieben. Sachen, die man nicht sieht oder sehen will, wenn man nur als Tourist da ist. Zum Beispiel die abartigen landwirtschaftlichen Praktiken, die dafür sorgen, dass man nur noch „organic“, also bio, essen möchte, wenn man einmal die Giftsprüh-Aktivitäten in den grossen Obstplantagen eine Weile mitverfolgt hat.  Oder das Fehlen jeglicher technischer Standards, die wir von Europa gewöhnt waren. Mittlerweile macht es mehr Sinn für uns, dass die EU so einen enormen Aufwand in die Festlegung von Standards investiert, um Produktqualität und -Sicherheit zu garantieren.

Als wir nach Österreich zurück kamen, hatten wir eigentlich mit dem Thema Neuseeland abgeschlossen. Unser Jahr Auszeit war nie als Start eines Immigrationsprozesses geplant gewesen. Wir waren sicher, dass wir in der Lage waren, unseren neuen, entspannten Lebensstil nach Österreich mitzunehmen. Und wir versuchten es auch, wirklich. Aber schon nach ein paar Wochen war es Schluss damit. Tatsächlich sind wir in die gleichen Fussstapfen wieder hineingesprungen, die wir ein Jahr zuvor hinterlassen hatten. Die gleichen Gewohnheiten, die gleichen Gedankengänge, die gleiche, perfekte aber langweilige Umgebung, die nicht viel Raum für Kreativität, Einzigartigkeit oder Anderssein lässt.

Nach ein paar weiteren Monaten wurde uns immer klarer, dass wir nicht mehr in diese Gesellschaft passten und wir einfach auch nicht mehr willens waren, viele Dinge hinzunehmen, die vorher ganz normal waren. Es ist nicht einfach, wieder den gleichen Alltag zu leben, wenn man weiss, wie es anders auch sein könnte.

Unglücklicherweise gibt es in Österreich kein Meer

Unglücklicherweise gibt es in Österreich kein Meer

Die Einwanderung

Das Abenteuerjahr in Neuseeland hat uns Klarheit darüber verschafft, was wir wollten. Wenn wir gleich eingewandert wären, hätte uns das „Was wäre gewesen, wenn …?“ ewig verfolgt und wir wären eventuell nach ein paar Jahren zurückgegangen. Einige unserer Bekannten, die hierher gezogen sind, haben ab und zu diese Heimweh-Anfälle und den Drang, zurückzugehen. Interessanterweise haben die Meisten in Europa ähnliche Probleme wie wir erlebt, und kamen wieder zurück nach Neuseeland. Trotzdem: Mitsamt Haus und Hof zu übersiedeln ist der teuerste Weg, diese Lektion zu lernen.

An der Stelle möchten wir festhalten: Nach Neuseeland zu ziehen erfordert erheblichen Pionier- und Abenteuergeist. Wer davon ausgeht, dass einen hier das Paradies erwartet, wird enttäuscht werden. Man muss auch hier hart arbeiten, um sein Glück zu finden – aber es zahlt sich aus!

Langfristige Umsiedelung erfordert 10-mal mehr Planung, Ausgaben und Nerven als nur ein Auslandsjahr. Deshalb können wir nur empfehlen, vorher eine „Proberunde“ zu machen, für alle, die sich nicht sicher sind, ob es das wirklich sein soll.

10 Monate hat es gedauert vom ersten ausgesprochenen „Auswandern“-Gedanken bis zum Boarding des Fluges. Das neuseeländische Einwanderungsgesetz ist sehr streng und die Prozeduren für ein Entrepreneur Visa (die einzige Möglichkeit für Selbständige, die ihren Job mitbringen statt irgendwo für eine andere Firma zu arbeiten) sind kompliziert und umfangreich. Das Eigenheim und auch alles andere, das man besitzt zu verkaufen, und den Rest in einen Schiffskontainer zu packen, ist der nächste große Schritt.

Im Oktober 2014 sind wir endlich in Neuseeland angekommen. Wir haben einen typischen „Lifestyle Block“ auf einem Hügel in der Nähe eines Dorfes gekauft. Beinahe 14.000 m² für einen nicht allzu hohen Preis (total undenkbar in Österreich!), wo wir im Moment mit einer Schar Schafen und Hühnern leben. Der grosse Garten wird von mehr als 100 verschiedenen Obstbaumarten und einem Gemüsegarten dominiert, die unseren täglichen Speiseplan bereichern. Ende 2015 sind wir in unser neu gebautes Niedrigenergie-Haus eingezogen. Trotzdem reisen wir immer noch gerne herum, davon kann man nie genug kriegen.

Wir vier am Castle Point Walkway, April 2016

Wir vier am Castle Point Walkway, April 2016

So sieht’s aus. Hier sind wir, und immer noch froh, dass wir uns getraut haben.

 

Liebe Grüße vom schöneren Ende der Welt!

Christian, Eva & die Mädels – Motueka

 

P.S.: Alle Fotos auf dieser Webseite sind von uns, wir haben sie auf unseren Reisen durch Neuseeland geschossen. Bitte schreibt uns eine kurze Nachricht, falls ihr Interesse an deren Weiterverwendung habt. Alle daraus resultierenden Einnahmen werden dem „New Campus Project“ der  Motueka Rudolf Steiner Schule gespendet.

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